Joghurt, Kombucha, Kefir oder Sauerkraut (fermentierter Kohl) sind wohl für jeden bekannte Begriffe. Was in Deutschland aber nahezu unbekannt ist, das ist fermentierter Bärlauch, obwohl gerade dieser so ungemein nützlich für unser Mikrobiom ist.

Bärlauch nutzen die Menschen schon sehr lange

Das gesamte Neolithikum ist jenes Zeitalter, in dem sich die Menschen über die gesunden Eigenschaften des Bärlauchs (Allium ursinum), der auch als wilder Lauch oder Bärenlauch bezeichnet wird, immer klarer wurden. Spuren von Bärlauch wurden in der Tat im Alpenvorland in neolithischen Siedlungen gefunden, das heißt, er wurde bereits vor 5000 Jahren verwendet, so auch im antiken Griechenland, wo er als Gewürz und als Medizin diente. Ähnliches gilt für die Alten Römer. Gerade auf langen Seereisen spielte er eine wichtige Rolle als unverzichtbarer Vitaminträger.

Als Vorfrühlingskraut leistet uns der Bärlauch gute Dienste, weil der Körper zu dieser Zeit nach Vitaminen geradezu schmachtet. Im Verbund mit seiner starken phytonziden (antibiotischen) Wirkung ist Bärlauch ein Segen für den Magen-Darm-Trakt, wobei er auch appetitanregend wirkt.

Aufgüsse, Säfte oder alkoholische Tinkturen, die Bärlauch enthalten, verhindern lokale Ansammlungen von Cholesterin, senken den Blutdruck und normalisieren viele Stoffwechselprozesse. Aufgrund der harntreibenden Eigenschaft werden auch vermehrt Giftstoffe aus dem Körper gespült. Daher eignet sich Bärlauch als begleitende Therapie bei endokrinen Erkrankungen, Schilddrüsenproblemen und Fettleibigkeit.

Bärlauch als delikates Gewürz

Mit Bärlauchblättern können Sie Salate, Suppen, Beilagen und sogar Kuchenfüllungen geschmacklich bereichern. Eingelegte Bärlauchstängel gelten als Delikatesse und geben einen guten gesunden Snack ab. Seine nützlichen Eigenschaften verliert der Bärlauch aber fast vollständig, wenn er getrocknet und/oder wärmebehandelt wird. Ganz anders ist es beim fermentierten Bärlauch, der Ihr Mikrobiom so richtig auf Trab bringt.

Gegenanzeige

Bärlauch ist eine Herausforderung für die Magenschleimhaut. Daher sollte er nicht auf nüchternen Magen gegessen werden. Wie beim Knoblauch wird daher auch für Bärlauch ein mäßiger Verbrauch empfohlen. Im Falle einer akuten Gastritis, bei einem Magengeschwür oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ist Bärlauch tabu.

Gleiches gilt während der Schwangerschaft und der Stillzeit. Auch sollten Kinder unter drei Jahren wegen ihres empfindlichen Magen-Darm-Traktes noch keinen Bärlauch bekommen. Überdies gibt es Menschen, die eine individuelle Unverträglichkeit gegen Bärlauch entwickeln und deshalb strikt darauf verzichten sollten.

Was bedeutet eigentlich Fermentation?

Es geht dabei vom Grundsatz her um eine durch Mikroorganismen bewirkte Umwandlung organischer Stoffe. Meistens erfolgt diese durch Bakterien, Pilze oder Zellkulturen. Anstelle des Begriffs Fermentierung taucht oft das Wort Gärung auf, was aber den Sachverhalt nicht so ganz trifft, weil es sich bei der Gärung stets um einen anaeroben Prozess handelt, der also unter Sauerstoffabschluss vor sich geht.

Dass man Nahrungsmittel mithilfe der Fermentation viel länger haltbar machen kann, wussten die Menschen schon vor ein paar Tausend Jahren. Die gesamte Seefahrt basiert im Grunde genommen auf dieser Art der Konservierung von Lebensmitteln. Ohne das fermentierte Sauerkraut hätten die großen Entdecker wie James Cook & Co. keinen Fuß auf australischen Boden oder auf die Pazifikinseln setzen können.

Um den Prozess der Fermentierung in Gang zu setzen, bedient man sich gezielt der wertvollen Dienste von Mikroorganismen und lagert das entsprechende Lebensmittel unter Luftabschluss. Sogleich beginnen die Fermentkulturen damit, das ursprüngliche Lebensmittel zu verändern und damit sogar zu veredeln, wobei sich die angestammten gesundheitlichen Wirkungen pflanzlicher Bestandteile geradezu potenzieren können.

Fermentierte Lebensmittel sind daher in aller Regel bekömmlicher und sie machen die meisten Nährstoffe für den Körper noch besser verfügbar. Darüber hinaus werden die sogenannten FODMAPs, welche zu Verdauungsproblemen führen können, quasi ausgeschaltet.

Fermentierte Lebensmittel bergen in der Tat viele Vorteile. So soll zum Beispiel Joghurt vor Übergewicht schützen. Eine koreanische Studie hat aufgezeigt, dass jene, die viel fermentierte Lebensmittel wie Kimchi essen, seltener an Asthma oder Neurodermitis erkranken.

Eine japanische Studie wies nach, dass mittels fermentierter Sojabohnen (Natto) das Risiko für hohen Blutdruck und Typ-2-Diabetes gesenkt werden kann. Im Sauerkraut befinden sich Substanzen, die einen Rezeptor aktivieren, der für ein gut funktionierendes Immunsystem ganz entscheidend ist, nachzulesen in:

In der Kaukasus-Region ist der Bärlauch als Nahrungsmittel gar nicht wegzudenken, insbesondere in seiner fermentierten Form. Man munkelt, dass es einen Zusammenhang zu der Tatsache gibt, dass so viele Menschen dort steinalt werden.

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2024 erstellt.

Wer meint, eine Wucherung an oder sogar in seinem Körper zu entdecken, ist oft erschrocken und denkt sogleich an eine schlimme Diagnose. Meistens handelt es sich aber nur um eine Zyste, also nicht um eine bösartige Geschwulst, sondern lediglich um einen Hohlraum im Gewebe, der sich abgekapselt und mit Flüssigkeit angefüllt hat.

Zysten entstehen prinzipiell überall im Körper, kommen aber im Bauch- und Vaginalraum sowie in der Gebärmutter häufiger vor. Oftmals lösen sich solche „Beulen“ mit der Zeit alleine wieder auf. Wenngleich die Vorstellung einer Zyste beim Hausarzt dringend geboten ist, kann sich jeder selbst mit den folgenden Hausmitteln helfen:

Apfelessig: Zur äußerlichen Behandlung eignet sich Apfelessig, der im Übrigen auch vorbeugend gegen Zysten wirkt. Geben Sie dazu zwei Teelöffel Bio-Apfelessig in eine halbe Tasse warmes Wasser. Tunken Sie einen Wattebausch darin ein und drücken Sie diesen dann paar Minuten lang auf die Zyste. Diese Aktion wiederholen Sie mehrmals täglich, am besten vier Tage hintereinander.

Sitzbad: Befindet sich die Zyste im Genitalbereich, hat sich das Sitzbad bewährt. Ins Badewasser geben Sie zwei Esslöffel Bittersalz (Magnesiumsulfat-Heptahydrat). Länger als eine Viertelstunde sollten Sie sich aber nicht da hineinsetzen. Dafür führen Sie diese Anwendung dreimal pro Woche durch. Wem Sitzbäder zu aufwendig sind, kann auch einen so getränkten Waschlappen auf die Zyste auflegen. Auf jeden Fall wird dadurch das Abfließen der Flüssigkeit aus der Zyste heraus gefördert. Achtung: An empfindlichen Hautpartien kann es zu leichten „Verbrennungen“ kommen.

Warm- oder Kaltkompressen: Abhängig von der Lage und Art der Zyste können Warm- oder Kaltkompressen Linderung verschaffen. Warme Kompressen fördern die Durchblutung und können helfen, den Schmerz zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Kaltkompressen hingegen können bei der Reduzierung von Schwellungen und Entzündungen hilfreich sein.

Teebaumöl: Teebaumöl ist bekannt für seine antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Ein paar Tropfen Teebaumöl, verdünnt mit einem Trägeröl (wie Kokosnuss- oder Olivenöl), können auf die betroffene Stelle aufgetragen werden, um Infektionen zu bekämpfen und Heilung zu fördern. Achtung: Teebaumöl sollte immer verdünnt und zunächst auf einer kleinen Hautstelle getestet werden, um allergische Reaktionen auszuschließen.

Aloe Vera: Aloe Vera besitzt natürliche entzündungshemmende Eigenschaften und kann direkt auf die Haut aufgetragen werden, um Irritationen zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Das Gel aus der Aloe-Vera-Pflanze wirkt kühlend und kann besonders bei Hautzysten beruhigend sein.

Kurkuma: Kurkuma wird für seine entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt und kann sowohl intern als auch extern angewendet werden. Ein Kurkuma-Paste kann auf die Zyste aufgetragen werden, um Entzündungen zu reduzieren. Oral eingenommen, kann Kurkuma das Immunsystem stärken und zur allgemeinen Gesundheit beitragen.

Grüner Tee: Grüner Tee enthält Antioxidantien und hat entzündungshemmende Eigenschaften. Regelmäßiges Trinken von grünem Tee kann das Immunsystem stärken und zur Prävention von Zysten beitragen. Kompressen aus abgekühltem grünen Tee können auch direkt auf betroffene Bereiche aufgelegt werden, um Entzündungen zu lindern.

Castoröl (Rizinusöl): Castoröl wird oft wegen seiner entzündungshemmenden und heilenden Eigenschaften verwendet. Ein mit Castoröl getränkter Tuch kann als Kompresse auf die Zyste gelegt werden, um die Auflösung der Zyste zu fördern und Schmerzen zu lindern.

Allgemeine Tipps zur Lebensführung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und hilft so bei der Auflösung der Zyste von innen heraus. Neben Obst, Gemüse und Vollkornprodukten haben sich Nahrungsergänzungsmittel mit Rotklee bewährt. Der Wiesenklee wurde bereits im 11. Jahrhundert und in Hildegards Physica erwähnt. In „Lonicerus‘ Kreuterbuch“ von 1564 wird Wiesenklee bei harten Geschwüren als erweichend und weißflussstillend beschrieben. Die darin enthaltenen Phytoöstrogene lindern Wechseljahresbeschwerden und die Isoflavone wirken antioxidativ.

Stress ist in jeder Hinsicht ein sehr schädlicher Faktor, da er unseren Hormonhaushalt völlig durcheinanderbringt. Diesen zu vermeiden ist daher oberstes Gebot. Stattdessen sollten Sie auf eine gesunde Mischung von Bewegung und ausreichendem Schlaf achten, um Ihr Abwehrsystem in die Lage zu versetzen, die Zyste effektiv bekämpfen zu können.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.3.2024 ergänzt.

 

 

Jeder lästige Gang zur Toilette des Nachts ist eine ungesunde Unterbrechung des Schlafs. Nun gibt es ja gegen alles und jedes altbewährte Hausmittel. Und tatsächlich ist auch ein Kraut gegen den nächtlichen Harndrang bei Männern gewachsen. Die Rede ist von der Sägepalme, die bestimmte Fettsäuren enthält, die zur Entspannung der Muskulatur der Prostata führen. Dies wiederum verringert die Einengung der Harnröhre. Doch nicht jedem steht immer gleich ein gutes natürliches Präparat aus der Sägepalme zur Verfügung. Dennoch kann sich jeder selbst helfen, wenn er den folgenden Tipps Beachtung schenkt.

Abends weniger zu trinken, klingt zwar etwas banal, wirkt aber dennoch recht effektiv gegen nächtlichen Harndrang. Selbstverständlich sollten Sie tagsüber sogar reichlich trinken, um die Nieren anzuregen, den Körper zu entgiften. Allein, unsere Organe sollten wir grundsätzlich zum Abend hin zur Ruhe kommen lassen. Ab circa 18 Uhr nichts mehr zu sich zu nehmen, ist zum Beispiel ein sehr guter Tipp für alle, die etwas abnehmen möchten.

Allgemeine Tipps

Kaffee und Alkohol sind bekanntlich harntreibend. Dies gilt aber auch für diese Teesorten:

  • Grüner und Schwarzer Tee
  • Mate
  • Brennnessel
  • Rosmarin
  • Birkenblätter

Bedenken Sie, dass auch kohlensäurehaltige Getränke eine harntreibende Wirkung haben. Dagegen gilt Rooibostee als eher harmlos, was den Harndrang betrifft.
Zu den potenziellen Förderern des Harndrangs zählen weiterhin:

  • Zitrusfrüchte
  • Schokolade und andere zuckerhaltige Produkte
  • Scharfe Lebensmittel

Vergessen Sie auf keinen Fall, unmittelbar vor dem Zubettgehen noch einmal die Blase, so gut es geht, zu entleeren, auch dann, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt (vermeintlich) gar nicht müssen.

Spezielle Tipps

Kräutertees mit beruhigender Wirkung: Während bestimmte Tees wie grüner und schwarzer Tee den Harndrang verstärken können, gibt es andere, die beruhigend wirken und den Körper entspannen lassen, ohne die Blase zu sehr zu beanspruchen. Kamillentee ist ein gutes Beispiel hierfür. Er wirkt beruhigend auf das Nervensystem und kann helfen, den Körper auf eine ruhige Nacht einzustimmen.

Magnesiumreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelentspannung und kann daher hilfreich sein, um den nächtlichen Harndrang zu reduzieren. Eine magnesiumreiche Ernährung oder die Einnahme von Magnesiumsupplementen am Abend könnte dazu beitragen, die Muskulatur um die Blase herum zu entspannen.

Leichte abendliche Bewegung: Leichte Bewegungsformen wie Yoga oder Tai Chi vor dem Schlafengehen können helfen, den Körper zu entspannen und den Harndrang zu reduzieren. Insbesondere Yoga-Übungen, die auf die Stärkung des Beckenbodens abzielen, können langfristig zur Reduzierung des nächtlichen Harndrangs beitragen.

Aromatherapie: Bestimmte ätherische Öle, wie Lavendel oder Sandelholz, können helfen, den Körper zu entspannen und einen tiefen, ungestörten Schlaf zu fördern. Ein paar Tropfen auf das Kopfkissen oder in einem Diffusor im Schlafzimmer können Wunder wirken.

Visualisierungstechniken und Entspannungsübungen: Vor dem Schlafengehen durchgeführte Entspannungsübungen oder Visualisierungstechniken können nicht nur helfen, schneller einzuschlafen, sondern auch die Häufigkeit nächtlicher Toilettengänge reduzieren. Indem man sich vorstellt, wie der Körper über Nacht ruhig und ungestört bleibt, kann dies auf einer psychosomatischen Ebene helfen, nächtlichen Harndrang zu minimieren.

Trainieren Sie Ihren Harndrang einfach weg

Bei den speziellen Tipps hatte ich es bereits erwähnt: Bewegung.

Versuchen Sie jedes Mal, wenn sich Ihre Blase meldet, noch ein bisschen länger auszuhalten, bevor Sie schließlich nachgeben und dann doch zur Toilette gehen. Ein geschwächter Beckenboden ist oftmals an der Entstehung des Harndrangs ursächlich beteiligt.

Eine weitere Möglichkeit, das Blase-Prostata-System mittel- und langfristig positiv zu beeinflussen, besteht in einer Eigenmassage, die man auch als Lymphdrainage bezeichnen könnte. Stellen Sie sich dazu am besten vor dem Spiegel hin und legen Sie beide Handflächen auf den Bauchraum. Beginnen Sie nun mit etwas Andruck auf der Bauchhaut zu kreisen und zu schieben, wobei die Handflächen gezielt den Unterbauch unterhalb des Nabels bis zu den Schamhaaren massieren sollen. Es ist zugleich eine effektive Übung für die Armmuskulatur, wenn Sie das gut eine Minute lang durchhalten.

Wenn Sie es richtig machen, wird Ihnen eine eher weißliche Verfärbung der Bauchhaut auffallen. Dies liegt daran, dass Sie Blut und Lymphe in tiefere Körperregionen zu den Organen, unter anderem auch zur Prostata, drücken. Die bessere Durchblutung dort bringt gleich mehrere gesundheitlich relevante Vorteile mit sich. Danach wird sich die Farbe Ihrer Bauchhaut sofort wieder normalisieren. Der Rückgang des Harndrangs stellt sich allerdings erst nach mehreren Wochen ein, wenn Sie diese Übung täglich machen.


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Dieser Beitrag wurde am 06.09.2023 erstellt und am 25.3.2024 ergänzt.

Ständiger quälender Harndrang bedeutet eine enorme Einschränkung der Freiheit und Minderung der Lebensqualität. Es gibt aber etliche einfache Maßnahmen, die helfen, den Harndrang etwas besser in den Griff zu kriegen. Eine davon heißt zum Beispiel Beckenbodengymnastik.

Zum Beschwerdebild der Dranginkontinenz

Laut Robert Koch-Institut ist ungefähr die Hälfte aller älteren Menschen von einer Reizblase betroffen. Für sie ist es zur Normalität geworden, bis zu 30-mal pro Tag auf die Toilette zu gehen. Das macht die Bewältigung des Alltags sehr beschwerlich. Wenn sich zum Beispiel eine längere Schlange an der Supermarktkasse bildet, kann es passieren, dass der Einkauf plötzlich abgebrochen werden muss. Manche können kaum die nächste Haltestelle des Busses abwarten, aber wohin dann, sind doch öffentliche Toiletten in unserem Lande ganz rar gesät.

Den Betroffenen bleibt oft nur der Rückzug

Manche trauen sich kaum noch vor die Haustür. Wer seinen Harndrang zumindest 30 oder sogar 60 Minuten wegdrücken kann, muss seine täglichen Unternehmungen sehr genau an das Vorhandensein von Toiletten anpassen, das heißt, die Fahrt bis zum Arbeitsplatz muss innerhalb dieser Zeit irgendwie zu schaffen sein, einen Stau oder Unfall darf es nicht geben.

Dabei ist es nur ein Fehlalarm der Blase

Die Blasenwand ist mit Rezeptoren besetzt, die deren Dehnung ans Gehirn melden. Eine Reizblase macht dies (vorsorglich) stets zu einem viel zu frühen Zeitpunkt. Bei Frauen sind oftmals ein Hormonmangel und/oder die Senkung der Gebärmutter dafür verantwortlich.

Bei Männern sind es vor allem gutartige Wucherungen (Vergrößerung) der Prostata. In selteneren Fällen können aber auch Nervenschäden in der Wirbelsäule, Blasensteine oder ein Tumor die Reizblase auslösen. In letzter Zeit wird diesbezüglich gerade bei älteren Frauen mit dem Nervengift Botulinum experimentiert, weil es in kleinen Dosen beruhigend auf die Blasenwand einwirkt.

Praktische Tipps, die den Druck aus der Blase nehmen

Stärken Sie Ihren Beckenboden

Diese Methode nenne ich nicht ohne Grund als Erstes. Denn das Beckenbodentraining wird unterschätzt“ Beim Mann stehen der After und die Peniswurzel im Fokus, bei der Frau die Harnröhre, die Scheide und der After. Es gilt, diese Zonen gut anspannen und auch wieder entspannen zu können. Entsprechende Trainingseinheiten dazu werden zum Beispiel von Volkshochschulen und Sportvereinen angeboten. Ihr Arzt kann Ihnen gegebenenfalls ein Rezept dafür ausstellen. Problem: das meiste Beckenbodentraining welches angeboten wird ist „veraltet“ und wenig weniger hilfreich. Ich rate zu einem „modernen“ faszialen Beckenbodentraining, wie es etwa hier beschrieben und durchgeführt wird: Fasziales Beckenbodentraining | Melanie Bieker

Ernährungsweise auf die Reizblase einstellen

Meiden Sie blähende und/oder scharfe, stark gewürzte Gerichte. Stattdessen legen Sie den Schwerpunkt auf gesundes Obst und Gemüse, was zudem Ihr Körpergewicht in den Normalbereich bringt. Dabei geht es auch um die Optimierung der Darmtätigkeit, weil ein voller Darm von außen her die Blase einengt.

Wärme hilft immer

Halten Sie sich warm und vermeiden Sie kalte Hände und Füße. Trotz Reizblase ist regelmäßiges (Tee)Trinken das Gebot der Stunde. Wenn schon Harndrang, dann soll möglichst etwas herauskommen. Wichtig ist hier die kalten Füße abzustellen! Hierzu wird abends vor dem Schlafen ein temperaturansteigendes warmes Fußbad durchgeführt. Dauer mindestens 8 Wochen – täglich. Wie das geht ist hier beschrieben: Bäder und Bäderheilkunde nach Sebastian Kneipp (yamedo.de)

Die Psychologie nicht unterschätzen

Kummer und Sorgen, nervöse Unruhe, emotionale Belastungen, das sind alles Komponenten, die auch die Blase stressen. Entspannungsverfahren wie die Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Hatha-Yoga verbessern unmittelbar das so wichtige Zusammenspiel von Anspannen und Loslassen.

Trinken Sie das Richtige

Das hatten wir ja scon oben. Kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee, Süßstoffe und stärkere Säuren wie beim Orangensaft reizen die Blase. Und der Klassiker, der unser Nervensystem geradezu aggressiv angreift, ist und bleibt der Alkohol.

Das Verhalten mit der Blase abstimmen

Im Kino oder im Theater sollte es lieber nicht der Platz mitten in der Reihe, sondern eher ganz nahe am Ausgang sein. Wer eine längere Busfahrt vorhat, entscheidet sich für jenen Anbieter, dessen Bus eine Toilette an Bord hat. Vorbildlich ist das Städte-Projekt „Die nette Toilette“, bei dem die teilnehmenden Händler in den Innenstädten ihr Klo der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Blasen- und Nierentees

Kräutertees aus Birkenblättern, Schachtelhalm und Bärentraubenblättern wirken harntreibend und helfen, die Blase zu spülen. Diese Tees sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum hinweg konsumiert werden, um die Nieren nicht zu überlasten.

D-Mannose

Dieser einfache Zucker ist besonders bei wiederkehrenden Blasenentzündungen hilfreich, da er das Anhaften von E. coli-Bakterien an der Blasenwand verhindern kann. Obwohl eine Reizblase nicht direkt durch Bakterien verursacht wird, kann die Verringerung von Entzündungen im Harnwegsbereich die Symptome verbessern.

Magnesium

Ein Magnesiummangel kann Muskelkrämpfe und -spannungen verschlimmern. Eine ausreichende Magnesiumzufuhr kann helfen, die Muskeln des Beckenbodens zu entspannen und somit den Harndrang zu reduzieren.

Vitamin D

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein angemessener Vitamin D-Spiegel das Risiko von Harnwegsinfektionen verringern und zur allgemeinen Gesundheit der Blase beitragen kann.

Akupunktur

Diese traditionelle chinesische Medizinmethode kann helfen, den überaktiven Blasenmuskel zu beruhigen und den Harndrang zu verringern. Akupunktur zielt darauf ab, das Ungleichgewicht im Körper zu korrigieren und kann bei verschiedenen Formen der Inkontinenz hilfreich sein.

Ätherische Öle

Manche ätherischen Öle, wie z.B. Lavendelöl, können zur Entspannung beitragen und haben eine leicht entzündungshemmende Wirkung. Ein warmes Bad mit ein paar Tropfen ätherischem Öl kann helfen, die Blasenmuskulatur zu entspannen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass ätherische Öle nicht direkt mit Schleimhäuten in Kontakt kommen.

Eine Schlussbemerkung

Es wäre die Aufgabe der Politik, für viel mehr öffentliche Toiletten zu sorgen angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen unter einer Reizblase leiden. Millionen ältere Männer sind mit ihrer vergrößerten Prostata gezwungen, sich in der Stadt ein Bäumchen zu suchen, und lösen ihr Problem mehr oder weniger unangenehm, aber was machen schwangere Frauen, die alle zehn Minuten auf die Toilette müssen? Eine reiche, fortschrittliche Gesellschaft muss an dieser Stelle mehr tun.

Dieser Beitrag wurde am 4.12.2022 erstellt und letztmalig am 25.3.2024 überarbeitet.

Fersensporn ist eine häufige Fußbeschwerde, die durch eine Knochenwucherung am Fersenbein charakterisiert wird und oft mit Schmerzen verbunden ist. Es gibt verschiedene Hausmittel, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können, obwohl sie nicht die zugrundeliegenden Ursachen des Fersensporns beseitigen.

Hier sind einige gängige Ansätze:

Kälteanwendungen: Die Anwendung von Eis oder kühlen Packs auf die betroffene Ferse kann Entzündungen reduzieren und Schmerzen lindern. Es wird empfohlen, das Eis in ein Tuch einzupacken und es für etwa 15 bis 20 Minuten mehrmals täglich auf die Ferse zu legen.

Dehnübungen: Spezielle Dehnübungen für die Wadenmuskulatur und die Plantarfaszie (die Unterseite des Fußes) können helfen, die Symptome zu lindern. Regelmäßiges Dehnen kann die Flexibilität verbessern und den Druck auf die Ferse verringern.

Überprüfung des Schuhwerks: Tragen Sie Schuhe mit guter Unterstützung und einer weichen Sohle, um den Druck auf die Ferse zu minimieren. Vermeiden Sie flache Schuhe oder Schuhe ohne ausreichende Dämpfung.

Gewichtsmanagement: Wenn Übergewicht vorliegt, kann eine Gewichtsreduktion dazu beitragen, den Druck auf die Fersen zu verringern und die Symptome zu verbessern.

Fußstützen und Einlagen: Spezielle Einlagen oder orthopädische Hilfsmittel, die in die Schuhe eingelegt werden, können helfen, die Fußstellung zu korrigieren und den Druck auf die Ferse zu verteilen.

Massage: Sanfte Massagen der Füße, besonders rund um die Ferse und die Fußsohle, können zur Entspannung der Muskulatur beitragen und Schmerzen reduzieren.

Entzündungshemmende Naturheilmittel: Manche Menschen finden Linderung durch die Anwendung von natürlichen entzündungshemmenden Mitteln wie Kurkuma, Ingwer oder Omega-3-Fettsäuren, die entweder durch die Ernährung oder als Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden.

So ein Kater kann sich nach übertriebenem Alkoholkonsum schnell einstellen, zumal viele unterschiedliche Parameter wie die Wetterverhältnisse oder die Nahrungsaufnahme das Geschehen in unvorhersehbarer Weise mit beeinflussen. Die Folge ist dann am nächsten Morgen ein dröhnender Schädel, Schwindel und unsägliche Übelkeit. Zum Glück gibt es etliche Hausmittel, die das Leiden abmildern und verkürzen.

Da Alkohol stark hydrophil ist, hat er dem Körper viel Wasser entzogen, was Sie am besten durch Trinken von Wasser ausgleichen können. Auf Kohlensäure sollten Sie jetzt wegen des angeschlagenen Magens besser verzichten. Kräutertee ist eine sehr gute Wahl. Guter Tipp: Trinken Sie ein großes Glas Wasser, schon bevor Sie betrunken ins Bett gehen.

Bei Rauchern steigt die Alkoholkonzentration im Blut relativ langsam an, dafür bilden sich mehr unerwünschte Nebenprodukte, die den Kater am nächsten Tag noch intensivieren. Zumindest dann sollten Sie unbedingt ganz aufs Rauchen verzichten, denn Zigaretten erhöhen den Blutdruck und senken den Sauerstoffgehalt des Blutes. Beides ist ganz und gar kontraproduktiv bei Kopfschmerzen.

Espresso mit Zitrone hilft deshalb, weil die Kombination aus Koffein und Zitronensäure ein bestimmtes Enzym daran hindert, Prostaglandine freizusetzen. Letztere sind für das Schmerzempfinden zuständig.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter dazu an:

Der Vagusnerv verbindet das Gehirn mit den Organen. Bei einem Kater gilt es, diesen zu entspannen. Aber wie geht das? Sie befüllen eine größere Schüssel mit kaltem Wasser und packen noch möglichst viele Eiswürfel dazu. Hierin tauchen Sie Ihren ganzen Kopf ein, so lange Sie die Luft anhalten können. Das hilft echt.

Durch eine möglichst kalte Dusche tritt ein ganz ähnlicher Effekt ein. Andererseits hilft aber auch eine möglichst heiße Dusche, weil sich dadurch die gesamte Muskulatur entspannt und die Durchblutung gefördert wird. Achtung: Die zu heiße Dusche kann Schwindel auslösen.

„Elotrans“ wurde in letzter Zeit im Internet viel angepriesen. Eigentlich wird es in den Apotheken eher als Medikament gegen Durchfall verkauft. Ähnlich wirken Iso-Drinks wie Katerfly oder Powerade. Dabei geht es in erster Linie um das Auffüllen des entstandenen Salz- und Wasserverlustes.

Nach durchzechter Nacht braucht der Körper vor allem B-Vitamine, insbesondere Vitamin B6. Jenes Enzym, das dabei hilft, Alkohol in der Leber abzubauen, hat einen relativ hohen Zinkanteil. Insofern ist eine Zink-Ergänzung durchaus geboten.

Es ist keine Mär, dass der Kater vor Rollmops, sauren Gurken oder Matjes „davonläuft“. Saures fördert ganz allgemein den Alkoholabbau. Falls Ihr Magen noch zu empfindlich darauf reagiert, machen Sie sich eine gut gesalzene Gemüsebrühe, ein Spiegelei oder Sie essen Salzstangen.

Ingwer hilft bekanntlich bei Übelkeit. Tatsächlich enthält Ingwer neben Vitamin C auch viel Magnesium und verdrängt so den Kater.

Das sogenannte Konterbier verschiebt den Kater nur zeitlich nach hinten, kann aber zuweilen erst einmal ein bisschen die Symptome mildern. Entscheiden Sie sich in diesem Fall für ein Weizenbier, da es mehr Elektrolyte enthält.

Abschließender Hinweis:

Wer viele unterschiedliche alkoholische Getränke durcheinander konsumiert, darf stets mit einem besonders dicken Kater rechnen. Durch warme und/oder zuckerhaltige alkoholische Getränke, die eventuell auch noch Kohlensäure enthalten, werden die Wirkung und somit auch der Kater am nächsten Tag deutlich verstärkt.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde am 12.10.2023 erstellt.

Der Verursacher dieser unangenehmen, sehr ansteckenden Hauterkrankung „Scabies“ ist die Krätzmilbe. Ihr Markenzeichen sind Ausschläge, die mit einem starken Juckreiz verbunden sind. Sie tritt vornehmlich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen oder Gefängnissen auf.

Die Infektion der Haut mit der Krätzmilbe passiert ganz leicht durch engen Kontakt mit einer bereits infizierten Person, aber auch über Gegenstände wie Handtücher, Kleidung oder Bettwäsche, die mit Krätzmilben kontaminiert sind. Dabei gräbt sich die Milbe in die Haut ihres Opfers ein und legt dort Eier ab. In der Folge entwickelt sich aufgrund einer allergischen Reaktion schnell ein starker Juckreiz, der mit einem Hautausschlag verbunden ist. Dieser besteht aus Bläschen oder kleinen roten Pickeln.

Gut bewährte Hausmittel, die unter anderem den Juckreiz lindern, sind:

Aloe Vera wirkt beruhigend auf die Haut, indem das Gel der Pflanze direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen wird.

Teebaumöl verfügt über entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften. Bevor Sie es auf die betroffenen Hautbereiche auftragen, sollten Sie es aber unbedingt mit einem Trägeröl wie Oliven- oder Kokosöl „verdünnen“.

Baden Sie Ihre beeinträchtigte Haut circa 20 Minuten lang in warmem Wasser, dem Sie eine ganze Tasse Haferflocken hinzufügen.

Auch Nelkenöl hat antimikrobielle Eigenschaften. Es sollte aber vor dem Auftragen ebenfalls mit einem Trägeröl verdünnt werden.

Wichtiger Hinweis:

Derartige Hausmittel mildern zwar die Symptome, stellen aber nicht eine wirksame nachhaltige Behandlung der Infektion dar. In den meisten Fällen kommt man um die Anwendung verschreibungspflichtiger Medikamente wie Salben nicht herum. Deshalb sollten Sie bei Krätze auf jeden Fall einen Arzt zurate ziehen!


Beitragsbild: pixabay.com – Miller_Eszter

Dieser Beitrag wurde am 04.10.2023 erstellt.

Halsschmerzen haben viele Facetten, sie reichen von starker Heiserkeit über Kratzen im Hals bis zu Schmerzen beim Schlucken. Bevor Sie Ihren Arzt gleich um Antibiotika bitten, sollten Sie in jedem Fall erst einmal ein paar alte, gut bewährte Hausmittel wie Gurgeln, Inhalieren, Kräutertee oder Kartoffelwickel zur Abkürzung des Krankheitsverlaufs probieren.

Kamille, Salbei & Co.

Ist vor allem der Rachen betroffen, wirken Kräutertees mit Kamille, Salbei, Thymian oder Ingwer Wunder, da die Inhaltsstoffe dieser Kräuter den Schleim gut lösen. Überdies gehen die ätherischen Öle gegen Viren und Bakterien vor. Gießen Sie dazu die Kräuter mit kochendem Wasser auf und lassen Sie den Tee mindestens zehn Minuten ziehen. Trinken Sie ein paar Tage lang mehrere Tassen davon.

Mit Kartoffelwickel den Hals wärmen

Kommt noch ein hartnäckiger Husten hinzu, sollten Sie Ihren Rachen unbedingt warmhalten. Ein Kartoffelwickel eignet sich deshalb so gut dafür, weil Kartoffelbrei eine besonders hohe Wärmekapazität aufweist und daher sehr lange eine höhere Temperatur halten kann. Zunächst kochen Sie dafür Kartoffeln, um sie dann mit einem Stampfer (mit einer Gabel geht es auch) zu einem Brei zu zerdrücken, der schließlich auf einem längs gefaltetem Geschirrtuch verteilt wird. Nachdem das Tuch dann dicht zugeschlagen wurde und der Brei auch schon etwas abgekühlt ist, können Sie diese Konstruktion zum Beispiel mit einem Schal um den Hals befestigen.

Honig ist immer gut

Bei Erkältung und Husten empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Verzehr von Honig, weil selbiger antiseptisch wirkt, die Schleimhäute beruhigt und desinfiziert und somit Krankheitserreger bekämpft. Dabei spielt es keine große Rolle, ob Sie den puren Honig im Mund langsam zergehen lassen oder Ihren Tee mit einem Löffel Honig süßen. In Verbindung mit gesunden Apfelessig-Getränken hat sich Honig ebenfalls sehr bewährt.

Hinweis: Manuka-Honig gilt geradezu als natürliches Antibiotikum.

Arnika

Bereits im 16. Jahrhundert wusste man, dass Arnika bei Entzündungen, Prellungen und Schmerzen hilfreiche Dienste leistet. Und auch heute wird Arnika als natürliches Schmerzmittel gerade in der Homöopathie verwendet und insbesondere bei Halsschmerzen empfohlen. Es wird vermutet, dass die positiven Wirkungen von Arnika auf den Inhaltsstoff Helenalin zurückzuführen sind. Bei Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und ebenfalls bei Husten sollten Sie mit Arnikatee oder -tinktur ausgiebig gurgeln. Die Apotheke bietet Arnika in Form von Tee, Globuli oder Tabletten an.

Die Superknolle Ingwer

Die Pflanze enthält den Scharfstoff Gingerol. Dieser regt die Durchblutung an und stärkt so unser Immunsystem. Die Wurzel beinhaltet ätherische Öle, die die gereizten Schleimhäute wie ein Balsam benetzen. Frischer Bio-Ingwer ist diesbezüglich besonders wirkungsvoll. Zunächst wird die Knolle geschält, dann in Stücke geschnitten und schließlich mit heißem Wasser übergossen. Den so entstandenen Ingwertee lassen Sie zehn Minuten ziehen, erst danach werden die Ingwerstückchen herausgenommen.

Wichtiger Hinweis: Der Tee wird immer schärfer, je länger Sie Ingwer im Wasser belassen. Dies können Sie sich zunutze machen, falls Sie den Tee zum Gurgeln verwenden möchten. In diesem Fall dürfen die Ingwerstückchen gern bis zu einer Stunde in der Lösung verbleiben.

Zimt

Wenn Sie zusätzlich etwas schmackhaften Zimt in den Ingwertee geben, wird dadurch der schmerzlindernde Effekt noch verstärkt.


Beitragsbild: pixabay.com – Schnu1

Dieser Beitrag wurde am 02.10.2023 erstellt.

Es ist völlig normal, dass man mal einen „schlechten Tag“ hat. Harte, zu lange Arbeit, Sorgen und Probleme zehren an unseren Kräften und hinterlassen zuweilen den Eindruck einer Erschöpfung, die aber nach einem guten Schlaf am nächsten oder übernächsten Tag wieder verflogen ist.

Wenn aber so ein Gefühl beziehungsweise Zustand der Erschöpfung über mehrere Wochen andauert und sozusagen chronisch wird, ist das ein Alarmsignal des Körpers, das man sehr ernst nehmen muss. Folgende Ursachen könnten sich dahinter verbergen:

Eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie erfordert, dass Sie langfristig auf mehrere Getreidesorten (insbesondere Weizen) verzichten, das heißt, Ihre Ernährung total umstellen müssen.

Wenn die Leber unter Überlastung stöhnt, zeigt sie dies mit permanenter Müdigkeit und Erschöpfung an.

Die „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) sagt, dass es die Nieren sind, die die Körperenergie regulieren.

Hypothyreose ist eine Schilddrüsenerkrankung, die ebenfalls zu ständigem Energiemangel führt.

Last, but not least braucht jeder Mensch jeden Tag ausreichend guten Schlaf. Oftmals liegt hierin die einfache Erklärung für die Müdigkeit am Tage.

Kommen wir nun zu den Hausmitteln, mit denen sich jeder schnell wieder auf die Beine bringen kann:

Frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte liefern dem Körper genau die Vitamine und Mineralstoffe, die er braucht, um neue Vitalität zu entfalten. Auch ballaststoffreiche Smoothies und andere Mixgetränke sind diesbezüglich sehr effektiv. Wenn Sie mögen, können Sie zum Beispiel Getreideflocken, Trockenfrüchte, Samen oder pflanzliche Milch hinzufügen.

Magnesium hat einen engen Bezug zur Energie des Körpers und steuert geradezu die Muskulatur und deren Leistungsfähigkeit. Eine ausreichende Magnesiumzufuhr lässt sich durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel realisieren.

Das sättigende Getreide Hafer enthält viele Ballaststoffe und eignet sich daher gut zur Gewichtskontrolle. Darüber hinaus wirkt Hafer regulierend auf das Nervensystem, sodass es sich bei Nervosität und sogar Angstzuständen bewährt hat.

Ginseng ist wahrlich ein Energiebündel und geht sofort gegen Erschöpfung vor. Allerdings sollten Sie Ginseng nicht durchgehend über lange Zeiträume verwenden.

Was ebenfalls hilfreich ist, das ist eine Mischung aus Bienenhonig und Ceylon-Zimt, wovon Sie täglich einen Teelöffel nehmen. Zimt und Honig beinhalten gleich mehrere Stoffe, die der Gesundheit sehr zuträglich sind, und stimulieren den Organismus geradezu.

Salz ist dagegen ein Energie-Vernichter und bindet viel Wasser im Gewebe, das immerzu als unnützes Gewicht herumgetragen werden muss. Meersalz birgt zumindest den Vorteil, dass es sich aus unterschiedlichen Ionen zusammensetzt, also auch wichtige Spurenelemente enthält.

Proteine sind wahre Energiebausteine und diese müssen nicht unbedingt aus dem Fleisch von Tieren stammen. Mit Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Samen und auch mit Avocado tanken Sie viel Energie.

Um die Nieren bei der Regulierung des Energiehaushalts zu unterstützen, sollten Sie stets reichlich Wasser trinken.

Industriell hergestellte Produkte, die viel Zucker und Weißmehl enthalten, können mit Fug und Recht als gesundheitsschädlich und damit auch ermüdend eingestuft werden. Dagegen enthalten Vollkornprodukte deutlich mehr Ballast- und Nährstoffe.
Bei Maca handelt es sich um eine Knolle aus der Region der südamerikanischen Anden, die als „Superfood“ gehandelt wird. Neben ihren vielen verschiedenen Nährstoffen beeinflusst sie auch den Hormonhaushalt positiv und wirkt daher stimulierend bis aphrodisierend.

Doch das allerbeste Hausmittel gegen Müdigkeit und Erschöpfung ist und bleibt Sport, der im Übrigen auch stets den Gemütszustand aufhellt und somit Lust auf weitere Aktivitäten beschert. Schon wer zweimal pro Woche etwas mäßigen Sport treibt, schafft sich damit einen ganz enormen Zugewinn an Lebensqualität. Die Zeit dafür ist ein unschlagbares Investment.


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Dieser Beitrag wurde am 30.09.2023 erstellt.

Manchmal gibt es Stellen auf der Haut, die so penetrant jucken, dass man einfach nicht mehr aufhören kann, sich daran immer kräftiger zu kratzen. Das kann zu schwerwiegenden Verletzungen der Haut und gesundheitlich problematischen Entzündungen führen. Bereits ein einfacher Mückenstich oder Zeckenbiss ist ein gutes Beispiel für eine solche Situation.

Menschen mit trockener Haut oder jene, die unter Hautkrankheiten wie Neurodermitis leiden, Allergiker oder schwangere Frauen werden immer wieder von quälendem Juckreiz geplagt. Bevor Sie nun zu industriell hergestellten Cremes oder Salben greifen oder sich vom Arzt ein Rezept ausstellen lassen, können Sie erst einmal gut bewährte Hausmittel ausprobieren.

Auf die Ursache kommt es an

Nicht kratzen ist zunächst einmal oberstes Gebot, denn dadurch erzeugen Sie kleine Risse beziehungsweise Mikroverletzungen in der Haut, die sogleich als Einfallstore für Viren, Bakterien und andere Keime fungieren. Nur der Arzt kann mit Sicherheit diagnostizieren, ob bereits Viren oder Pilze als Ursache für den Juckreiz infrage kommen oder gar eine Neurodermitis vorliegt. Juckreiz ist in der Tat ein sehr allgemeines Symptom, das heißt, es könnte sich dahinter eine Diabetes-Erkrankung oder Leukämie verbergen und bei Kindern sind es nicht selten die Windpocken. Auch bestimmte Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, können sich durch einen heftigen Juckreiz äußern.

Einfache Hausmittel verschaffen oft sofortige Linderung

Bedecken Sie die juckenden Hautstellen mit feuchtkühlen Umschlägen mit schwarzem Tee oder Joghurt. Diese beruhigen die Haut und dämpfen unmittelbar den starken Juckreiz. Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe, die die Schutzschicht der Haut unterstützen. Verwenden Sie dazu aber unparfümierten Tee in Bioqualität.

Stellen Sie sich selbst eine Salbe aus pürierter Banane mit Joghurt her. Diese enthält dann entzündungshemmendes Kalium und Stärke, was ebenfalls zur Beruhigung der Haut beiträgt und zudem gerade trockene Haut pflegt. Sollte eine Laktoseintoleranz vorliegen, können Sie die Paste mit Wasser anrühren, um sie bis zu einer Stunde auf der Haut einwirken zu lassen.

Ebenfalls als hilfreich für die Haut haben sich Zitronensäure und Honig erwiesen. Ein Gemisch daraus können Sie direkt auf den betroffenen Hautstellen verteilen oder Sie geben es der oben genannten Paste noch hinzu.

Apfelessig tötet schädliche Keime ab, wirkt entzündungshemmend und lindert so den Juckreiz. Zudem wird dadurch der pH-Wert der Haut normalisiert. Aloe vera gibt es als Gel oder Sie entnehmen es selbst aus den dicken Blättern der Pflanze. Die Heilpflanze wirkt durch ihren hohen Anteil an Vitamin E reizlindernd und revitalisiert die Haut durch die direkte Feuchtigkeitsspende. Allerdings kann Aloe vera auch allergische Irritationen auslösen.

Verwenden Sie Meersalz in der Badewanne, denn es enthält viele wertvolle entzündungshemmende Mineralstoffe und lindert so unmittelbar den Juckreiz. Außerdem stabilisiert Meersalz nachhaltig den Säureschutzmantel der Haut. Das Badewasser sollte aber nicht zu heiß sein und eine viertel Stunde darin zu verweilen reicht in der Regel aus.

Alternativ dazu können Sie auch Natron beziehungsweise Backpulver im Badewasser verwenden. Dadurch wird ein eventueller Säureüberschuss auf der Haut neutralisiert. Wenn Sie Natron mit Wasser zu einer Paste anrühren, erzielen Sie einen ganz ähnlichen Effekt.

Mit Basilikum können Sie den Juckreiz deshalb lindern, weil es das ätherische Öl Eugenol enthält. Lassen Sie dazu eine Handvoll Basilikum in einem halben Liter Wasser ein paar Minuten köcheln. In die bereits abgekühlte Flüssigkeit tauchen Sie ein Baumwolltuch ein und betupfen damit vorsichtig alle betroffenen Hautstellen. Genauso können Sie mit Thymian verfahren, das entzündungshemmende und schmerzstillende Stoffe beinhaltet.

Zur Herstellung von eigenen Cremes eignet sich ein Träger-Öl als Basis. Besonders gut bewährt haben sich Avocado-, Oliven-, Jojoba- und Kokosöl. Die darin enthaltenen Fette spenden Feuchtigkeit und lindern so den akuten Juckreiz. Hinzukommen sollten noch Spuren ätherischer Öle, weil diese entzündungshemmend wirken. Pfefferminz, Lavendel, Nachtkerze, Rosmarin, Wacholder und Johanneskraut enthalten solche ätherischen Öle.

Vorbeugung ist besser als heilen

Tragen Sie, so oft es eben geht, locker-luftige Kleidung, damit Ihre Haut gut atmen kann. Angestaute Wärme unter der Kleidung fördert den Juckreiz. Achten Sie darauf, dass Ihre Haut nicht allergisch auf synthetische Stoffe wie Polyester reagiert. Viele Waschmittel, Deodorants und Make-ups beinhalten Stoffe, die die Haut stark reizen können. Im Sommer ist es die UV-Strahlung, die der Haut arg zu schaffen macht, im Winter eher die trockene Heizungsluft.

Duschen Sie nur kurze Zeit bei mäßiger Wassertemperatur, denn bereits nach wenigen Minuten hat die Dusche einen großen Teil Ihres natürlichen Hautfetts hinweggespült. Es wieder aufzubauen, erfordert dagegen mehrere Stunden. Mithilfe einer Körperlotion oder Creme, die ausreichend Fett und Vitamin E enthält (Aloe vera), können Sie diesen Prozess aber beschleunigen.

Gerade die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unsere Haut, die sich ständig versucht, inkorporierter Gifte zu entledigen. Wer sich falsch ernährt, indem er zum Beispiel zu viele ungesunde Fette zu sich nimmt, weil die möglichst bequeme kostengünstige Ernährung im Wesentlichen aus Pizza, Döner, Currywurst, Schnitzel & Co. besteht, kommt um eine sehr unreine, picklige Haut nicht herum. Wer also den Juckreiz reduzieren möchte, sollte unbedingt auf Gifte wie Nikotin und Alkohol verzichten und stattdessen viel reinigendes Wasser trinken.

Käse, Salami, Nüsse und Weißwein sind typischerweise histaminhaltige Lebensmittel, die ebenfalls eine Belastung für die Haut darstellen.

Von innen lässt sich der Juckreiz gut durch regelmäßiges Trinken von Brennnesseltee behandeln. Und unser täglicher Stress lässt sich effektiv durch Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenes Training abbauen, was ebenfalls positiv auf die Haut rückkoppelt.


Beitragsbild: pixabay.com – onefox

Dieser Beitrag wurde am 28.09.2023 erstellt.